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Herzlich Willkommen auf den Seiten der österreichischen Kappenabzeichen von Bert´s Sammlerecke.

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Die Seiten gliedern sich in der Reihenfolge von links nach rechts in:

 

Gruppe 1:  Italien, - Russland, - Balkan, - Rumänien, - Türkische Front

Gruppe 2:  Inf.Reg, - Bh.Inf.Reg,- FJB, - L.I.R, - Lst.I.R, - Lst.I.Bat, - Sturmtrupps, - HGyE

Gruppe 3:  Heeresgruppen, - Armeen, - Korps, - Divisionen, - Brigaden, - Oberste

                    Kriegsherren, - Feldherren.

Gruppe 4:  Kavallerie, - Artillerie, - Luftfahrtruppe, - Marine, - Versch.Truppen, -,

                    Rotes Kreuz, - Weihnachten

Gruppe 5:  Tätigkeitsabzeichen, - Legitimationskapseln.

 

Achtung: Die laufenden Änderungen bzw. Neuzugänge sind rot markiert.  

 

Verwendete Fachliteratur:  

 

Pitten 1985

Pitten 1989

 

Ursprung und Entstehung der Kappenabzeichen

 

Im Jahre 1908 änderte sich das Erscheinungsbild der österreichisch-ungarischen Armee maßgeblich, indem die Farbe „Hechtgrau“ – die erste dem Gelände angepasste Uniformfarbe – als Farbe der Zukunft für die gesamte Infanterie eingeführt wurde (Haager 1996: S. 179). Da die bisher bunten Uniformen und Paradekopfbedeckungen den nunmehr grauen Uniformen weichen mussten, fiel ein Erkennen der einzelnen Regimenter schwer. So diente bei den Kavallerieregimentern zum Beispiel lediglich die Art und die Farbe der Knöpfe zur Befestigung der Achselspangen an der linken Schulter der Feldbluse als Identifikationsmerkmal.

Um ein besseres Erkennen der Zugehörigkeit zu ermöglichen oder auch um den Stolz auf den eigenen Verband zum Ausdruck zu bringen, wurden die ersten Verbandsabzeichen – in diesem Falle Armeeabzeichen – geschaffen, die von offizieller Seite genehmigt waren. Danach folgten Korps-, Divisions- und Brigadeabzeichen sowie Regiments- und teilweise sogar Batallionsabzeichen, die jedoch nicht alle offiziell autorisiert wurden (Brósch – Fohraheim 1985: S. 2). Ein Beispiel für das Verbot des Tragens eines inoffiziellen Kappenabzeichens stellt die Verordnung des k. u. k. Kriegsministeriums vom 28. 10.1918 dar.

Zumeist bestanden diese Abzeichen aus einfachem Metallblech (Messing, Graumetall (Brósch-Fohraheim 1985: S. 2), Weißmetall, Bronze (Weber 2001: S. 38)) und wurden zumeist an der linken Seite der Feldkappe getragen. Dienstliche Weisungen versuchten den Gebrauch derselben zu regulieren, damit die Kappen der Soldaten nicht mit zu vielen Abzeichen bestückt wurden.
Allerdings zeigten sich bald auch erste Nachteile: die Abzeichen waren einerseits aufgrund der billigen Verarbeitung nicht besonders attraktiv anzusehen und andererseits entbehrte man in Räumlichkeiten wo keine Kappe getragen wurde wieder jegliche Erkennungsmerkmale. Dies führte in der Folge dazu, dass private Abzeichenfirmen in Eigeninitiative Regimentsabzeichen in besserer Qualität und Ausführung herstellten (Messing mit Email), die trotz höherem Preises großen Anklang fanden. Dabei beschränkten sich die Firmen auf einige wenige Grundmodelle, die durch das Einpressen der jeweiligen Regimentsnummer und Farbe der Emaillierung für verschiedenste Verbände adaptiert werden konnten. Diese Abzeichen waren für jedermann erwerbbar und wurden daher gleichermaßen von Offizieren und einfachen Soldaten getragen. Aus Eigeninitiative seitens der Regimenter entstanden ebenso so genannte Offiziersregimentsabzeichen, die entweder vom Offizierskorps selbst oder von einem professionellen Abzeichenerzeuger entworfen wurde, wobei die bestimmten Wünsche des Regiments hinsichtlich der Gestaltung berücksichtigt wurden. Diese Abzeichen waren verhältnismäßig teuer und wurden daher hauptsächlich von Offizieren erworben. Wesentlich billiger waren die Mannschaftsabzeichen, die bei mehreren Regimentern existierten und in größerer Menge aus billigem Metall gefertigt wurden. Auch der Entwurf derselben war oft einfacher gestaltet. Teilweise wurden die Abzeichen im Laufe des Krieges aufgrund von Namensänderungen des Regimentes oder Missfallen des Abzeichens abgeändert (Brósch-Fohraheim 1985: S. 2 - 5).

Die Kappenabzeichen können aufgrund ihrer Motive in verschiedene Gruppen unterteilt werden (Weber 2001: S. 38):

  • Patriotische Abzeichen mit den Bildnissen Kaiser Franz Josephs I., Kaiser Karls I., des deutschen Kaiser Wilhelm II. oder mit den Bildnissen hervorragender Feldherren und Persönlichkeiten.

  • Weihnachtsabzeichen, die zum Großteil vom k. u. k. Fürsorgeamt in Wien herausgebracht und verkauft wurden. Der Erlös kam Wohltätigkeitszwecken zugute.

  • Die oben besprochenen Kappenabzeichen, die auf ein bestimmtes Armeekorps, eine Division, ein Regiment, ein Batallion, eine Spezialeinheit oder eine bestimmte Waffengattung hinweisen.

  • Abzeichen, die an die Teilnahme an besonderen Kampfhandlungen oder bestimmte Kampfstätten verweisen.

 

Die Trageart der Abzeichen war nicht einheitlich geregelt. Meist wurden sie jedoch oberhalb der rechten, seltener der linken, Blusentasche oder auf der Tasche selbst getragen (Brósch-Fohraheim 1985: S. 6). Aufgrund der eben besprochenen Vielfalt der Kappenabzeichen konnten mehrere gleichzeitig getragen werden (Weber 2001: S. 38).

Die Mehrheit dieser Abzeichen war von offizieller Seite nicht genehmigt worden. Gelegentlich erhielt man jedoch von Regimentsinhaber eine Art inoffizieller Bewilligung, ansonst suchte man erst gar nicht darum an (Brósch-Fohraheim 1986: S. 4-5).

Generell fiel die Entstehungszeit der meisten Abzeichen in die Jahre 1915 – 1916 (selten 1917). Mit Ausnahme der Abzeichen für Honvéd – Husaren wurden die Kappenabzeichen in der Nachkriegszeit nicht mehr hergestellt. Allerdings wurden in Ungarn zwischen 1919 und 1940 Miniaturen vieler Regimentsabzeichen für den zivilen Gebrauch angefertigt (Brósch-Fohraheim 1985: S. 5, S. 6-7).

 

Verwendete Literatur:

  • Brósch-Fohraheim, Lothar, Die Regimentsabzeichen der österreichisch-ungarischen Kavallerie im 1. Weltkrieg, o.O. 1985 (unveröffentlichtes Manuskript). Kopie im Besitz des Verfassers.
  • Haager, Christian, Die Adjustierung, Bewaffnung und Schießausbildung der Tiroler Kaiserjäger, in: Christian Haager, Paul Hoffmann u.a., Die Tiroler Kaiserjäger. Die Geschichte der Tiroler Eliteregimenter. Gründung – Einsätze – Ausrüstung, Innsbruck 1996, S. 179 – 208.
  • Weber, Wilhelm, Die Kappenabzeichen der österreichisch-ungarischen Armee, in: Orden und Ehrenzeichen, BDOS Jahrbuch 2001, S. 38 – 40.

 

Fälschungen


Die wichtigsten verwendeten Abkürzungen bei den Kappenabzeichen:

IR ( JR )

Infanterieregiment

TKJ

Tiroler Kaiserjäger

bhIR

Bosnisch – herzegovinische Infanterie Regimenter

FJB

Feldjäger Bataillon

bhFJB

Bosnisch – herzegovinisches Feldjäger Bataillon

GzJB

Grenzjäger Bataillon

IB

Infanterie Bataillon

LIR

Landwehr – Infanterie – Reg.

LSR

Landesschützen – Reg.

KSR

Kaiserschützen – Reg.

kkLstIR

Landsturm – Infanterie – Reg.

kkLstIB

Landsturm – Infanterie – Bataillon

SR

Schützenregiment

HIR

Honved – Infanterie – Reg.

ITD

Infanterie – Truppen – Division

Brig

Brigade

StB

Sturmbataillon

DR

Dragoner – Reg.

HR

Husaren – Reg.

UL

Ulanen – Reg.

KBrig

Kavalleriebrigade

FKnR

Feldkanonen – Reg.

FhbR

Feldhaubitz – Reg.

FsAR

Festungsartillerie – Reg.

FAR

Feldartillerie – Reg.

MwBt

Minenwerfer – Batterie

Viel Freude im Netz.

Bert Brandauer
www.sammlerecke.at